Aktuell liegt der schwimmende Oldtimer fest vertäut an seinem Hamburger Liegeplatz in Oevelgönne. Dem Verein fehlen für die verbleibenden Monate der Saison 2026 schlicht die nötigen Ehrenamtlichen auf der Brücke. Dabei präsentiert sich die „Elbe 3“ technisch in voll einsatzbereitem Zustand. Allein die behördlich vorgeschriebene Sicherheitsbesatzung lasse sich derzeit nicht finden. Für den regulären Fahrbetrieb müssen stets zwei qualifizierte Schiffsführer an Bord sein. Engagierte Skipper erhalten durch diesen Engpass die seltene Chance, ein maritimes Kulturdenkmal selbst auf dem Wasser zu steuern und aktiv zu erhalten.
Damit das Feuerschiff nicht zum reinen Museumsstück am Kai wird, sucht der Verein nun gezielt nach Verstärkung. Voraussetzungen sind die Begeisterung für maritime Tradition und die notwendigen Qualifikationen. Konkret gefordert sind der Sportseeschifferschein (SSS) und ein obligatorischer Zusatzeintrag für Traditionsschiffe. Interessierte können direkt über vorstand@museumshafen-oevelgoenne.de Kontakt aufnehmen.
Im Jahr 1888 lief die “Elbe 3” auf der Werft Johann Lange in Vegesack noch unter dem Namen „Weser“ und ohne eigenen Antrieb vom Stapel. Die Energie für das Leuchtfeuer stammte anfangs aus Petroleum, später aus Gas. Eine Hilfsbesegelung sorgte für die nötige Stabilität auf Station.
Ein umfassender Umbau folgte im Jahr 1936. Die Werft entfernte den mittleren Mast für den Einbau eines Schornsteins. Gleichzeitig erhielt das Schiff einen Sechszylinder-MWM-Dieselmotor mit 300 PS und wurde elektrifiziert. Nach Einsätzen in der Wesermündung sicherte der Oldtimer von 1966 bis Mai 1977 die Position „Elbe 3“ in der Elbmündung. Danach ersetzten moderne Leuchttonnen das schwimmende Seezeichen.
Nach der Außerdienststellung im Mai 1977 übernahm der Museumshafen Oevelgönne e.V. das Schiff zum Hafengeburtstag 1979. Seit 1980 liegt der Liegeplatz in Hamburg. Die “Elbe 3” gilt heute als das wahrscheinlich älteste fahrfähige Feuerschiff der Welt. Zu besonderen Anlässen unternimmt die Besatzung Traditionsfahrten mit bis zu 50 Gästen an Bord. Um diese Fahrten künftig wieder durchzuführen, sucht der Verein nun nach ehrenamtlichem Zuwachs für die Brücke.

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